Category Archives: Gebaudetypologie Bayern

Rahmenbedingungen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung

Die wesentlichen Okonomischen Rahmenbedingungen fur die Berechnungen wurden unter Berucksichtigung der oben genannten qualitativen Aspekte wie folgt festgelegt:

Rahmenbedingungen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung

Kalkulationszinssatz

4 %/a

Betrachtungszeitraum

20 a

Heutiger Energiepreis

vereinfachend 5,9 Cent/kWh Heizol EL und Erdgas

Mittlere Energiepreissteigerung

3 %/a

Tabelle 5.1

Der Kalkulationszinssatz von 4 % ist unter Beachtung der oben dargestellten Aspekte damit begrundbar, als das es sich bei Investitionen in den verbesserten baulichen Warmeschutz um Investitionen mit sehr geringem Risiko handelt. Investitionen mit geringen Risiken mussen finanzmathematisch mit einem niedrigen Kalkulationszinssatz bewertet werden — im Gegen-

satz zu hoch spekulativen Investitionen mit hohem Risiko, die einen hohen Kalkulationszins- satz bedingen.

Der angenommene heutige Energiepreis entspricht etwa dem Preis fur den Bezug von 3000 Liter Heizol inkl. MWST seit November 2005 im Bundesdurchschnitt.

Mafinahmenpaket und Kosten

Den Berechnungen liegt das in der folgenden Tabelle skizzierte einheitliche MaBnahmenpaket mit entsprechenden Kosten zu Grunde. Die Kosten orientieren sich an den Angaben des Energiespar-Merkblatts 52, einer Gemeinschaftsarbeit des Bayerisches Staatsministerium fur Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und des Bayerischen Staatsministerium des Innern (Oberste Baubehorde). Davon abweichende Annahmen wurden begrundet. In — vestive Forderung (wie Investitionszuschusse oder KfW-Darlehen) wurde in den Berechnun — gen nicht berucksichtigt.

MaBnahmen und Kosten energiesparender ModernisierungsmaBnahmen im Bestand (netto)

MaBnahme

Vollkosten

davon: Kosten fur eine ohnehin erforderliche Instandsetzung

Zusatzliche Kosten fur die energiesparende MaBnahme

Thermische Hulle

[€/m2Bauteil]

AuBenwand: 16 cm Warmedammverbundsystem (035)

110.-

60.-

50.-

Holzfenster, 2-Scheiben-Warmeschutzverglasung

350.-

300.-

50.-

Oberste Geschossdecke: 20 cm Dammung (035)

35.-

Keine

35.-

Steildach: 20 cm Dammung (035)

50.-

25.-

25.-

Flachdach, 20 cm Dammung (035)

100.-

50.-

50.-

Keller, 6 cm Dammung (035)

20.-

Keine

20.-

Heizung

[€]

Einfamilienhaus / Reihenhaus: Niedertemperatur

8000.-

8000.-

Keine

Mehrfamilienhaus: Niedertemperatur

12000.-

12000.-

Einfamilienhaus / Reihenhaus: Brennwert

9500.-

8000.-

1500.-

Mehrfamilienhaus: Brennwert

13500.-

12000.-

1500.-

Solaranlage

€] bzw. [€/Wohneinheit]

Einfamilienhaus / Reihenhaus:

4400.-

Keine

4400.-

Mehrfamilienhaus:

1200.- pro WE

Keine

1200.- pro WE

Berechnete Warmeverluste durch die thermische Hulle

In den Abbildungen 3.1 und 3.2 sind die berechneten Warmeverluste uber einzelne Bauteile der thermischen Hulle und durch Luftung fur die einzelnen Gebaude sowie als Mittelwert fur die EFH/RH und die MFH im unsanierten Zustand und im sanierten Zustand dargestellt.

Abbildung 3.1: Im unsanierten Zustand summieren sich die Warmeverluste durch Transmis­sion und Luftung auf 220 bis uber 280 kWh pro m2 Wohnflache und Jahr. Im Mittel ergeben sich 247 kWh pro m2 Wohnflache und Jahr fur die EFH/RH bzw. 261 kWh pro m2 Wohnfla­che und Jahr fur die MFH. Die AuBenwande tragen bei beiden Gebaudetypen mit 35 % zu den gesamten Verlusten bei. Bei den EFH/RH geht 21 %o der Energie durch das Dach, verlo — ren’, bei den MFH 16 %. Die Luftungswarmeverluste betragen im unsanierten Zustand etwa 15 % bei den EFH/RH bzw. 20 % bei den MFH.

Abbildung 3.2: Im sanierten Zustand (mit den MaBnahmen nach Tabelle 4.1) summieren sich die Warmeverluste durch Transmission und Luftung auf 80 bis ca. 105 kWh pro m2 Wohnfla­che und Jahr. Im Mittel ergeben sich 92 kWh pro m2 Wohnflache und Jahr fur die EFH/RH bzw. 97 kWh pro m2 Wohnflache und Jahr fur die MFH. Die gut gedammten AuBenwande tragen bei beiden Gebaudetypen mit etwa 15 % zu den gesamten Verlusten bei. Bei den Gebauden geht im sanierten Zustand etwa 7 bis 10 % der Energie jeweils durch das Dach, die Kellerdecke und Warmebrucken ,verloren’. Die Fenster sind in den gut gedammten Gebauden eine thermische Schwachstelle: Sie bedingen im Mittel etwa 22 % der gesamten Warmever­luste bei den EFH/RH bzw. 25 % bei den MFH. Einen noch deutlich groBeren Anteil an den Warmeverlusten hat die Luftung: Die Luftungswarmeverluste betragen im Mittel bei den EFH/RH 34 % bzw. 38 % bei den MFH.

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Parameterstudie

Der Einfluss verschiedener Parameter auf die Ergebnisse der Energiebilanz und der okonomi- schen Bewertung wird im Rahmen einer Parameterstudie abgeschatzt. Dazu wurden die Parameter

• Energiekosten vor Sanierung,

• heutiger Energiepreis,

• mittlere Energiepreissteigerung,

• Kalkulationszinssatz sowie

• Betrachtungszeitraum

gegenuber den Festlegungen nach Kapitel 3 und 4 variiert. Basis der Berechnungen sind die in Kapitel 2 dargestellten Gebaude.

Kriterium zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit sind in allen Varianten die Kosten der eingesparten kWh Endenergie. Da sich systematisch Unterschiede zwischen den Ergebnissen fur EFH/RH bzw. MFH ergeben, sind in den folgenden Abbildungen neben den Ergebnissen fur die einzelnen Gebaude auch die arithmetischen Mittel der Ergebnisse fur die EFH/RH bzw. MFH dargestellt. Die Abbildungen enthalten jeweils auch die wesentlichen Randbedingungen der Berechnungen.

Wirtschaftlichkeit

Die Vorteilhaftigkeit der MaBnahmen wurde auf Basis der Annuitatenmethode an Hand der „Kosten der eingesparten kWh Endenergie“ beurteilt. Die wesentlichen okonomischen Rah — menbedingungen fur die Berechnungen wurden wie folgt festgelegt:

Kalkulationszinssatz (nominal)

4 %/a

Betrachtungsz e itraum

20 a

Berechnungsgrundlage Energiepreis

5,90 Cent/kWh

mittlere Energiepreissteigerung

3 %/a

Der angenommene Energiepreis entspricht etwa dem Niveau fur den Bezug von 3000 Liter Heizol inkl. MWST seit November 2005 im Bundesdurchschnitt.

Kosten der eingesparten kWh Endenergie fur „Hochverbraucher“

In der unten stehenden Abbildung sind die Kosten der eingesparten kWh Endenergie fur das MaBnahmenpaket dargestellt. Der Endenergiebedarf der Gebaude liegt im unsanierten Zu — stand (bei den sog. „Hochverbrauchern“) im Mittel bei umgerechnet etwa 28 Liter Ol/m2 Wohnflache und Jahr bei den Einfamilienhausern/Reihenhausern (EFH/RH) bzw. 26 Liter Ol/m2 Wohnflache und Jahr bei den Mehrfamilienhausern (MFH).

Kostenersparnis im Jahr der MaRnahme: EFH: 0,86 €/(m2 Mon) MFH: 0,82 €/(m2 Mon)

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10 % der Gebaude im Wohngebaudebestand Munchens verbrauchen mehr als den hier ange — gebenen Wert. Diese energetisch weitgehend unsanierten Gebaude werden in der Studie als „Hochverbraucher“ bezeichnet. Sie reprasentieren nicht den Verbrauch durchschnittlicher Gebaude im Bestand. Die Energiekosten betragen bei einem Energiepreis von 5,90 Cent/kWh im Mittel uber den Betrachtungszeitraum bei den EFH/RH etwa 1,4 €/m2 Wohnflache und Monat und bei den MFH etwa 1,3 €/m2 Wohnflache und Monat.

Kosten der eingesparten kWh Endenergie fur das MaBnahmenpaket inkl. Solaranlage und energetisch schlechte Gebaude im Bestand (sog. „Hochverbraucher“)

Wird das komplette MaBnahmenpaket inkl. Solaranlage umgesetzt, ergeben sich durchschnitt — liche Kosten fur die eingesparte kWh Endenergie von 6,11 Cent/kWh fur die EFH/RH bzw.

4,39 Cent/kWh fur die MFH. Die durchschnittlichen Kosten fur den Bezug von Endenergie betragen uber den Betrachtungszeitraum 7,9 Cent/kWh, ausgehend von einem heutigen Energiepreis von 5,9 Cent/kWh und bei 3 % Energiepreissteigerung. Die Investitionen in die Energieeinsparung sind somit vorteilhaft gegenuber dem Bezug von Endenergie. Bei der Mehrzahl dieser energetisch schlechten Gebaude (Hochverbraucher) rechnen sich die Investitionen sogar schon bei dem heutigen Energiepreis von 5,9 Cent/kWh.

MaBnahmenpaket und Kosten

Auf Basis der validierten Gebaudemodelle wurde ein einheitliches MaBnahmenpaket fur die energetische Modernisierung der Gebaude entwickelt. Kriterien waren:

• moglichst hohe Endenergieeinsparung mit einem

• okonomisch vorteilhaften MaBnahmenpaket

• ohne besondere bau — oder anlagentechnische Anforderungen.

Den Berechnungen liegt das in Tabelle 4.1 skizzierte einheitliche MaBnahmenpaket mit entsprechenden Kosten zu Grunde. Die fett gedruckten Kosten wurden in dieser Studie als Berechnungsbasis festgelegt. Ein systematischer Abgleich mit den Kostenansatzen der IfE — Studie [IFE; 2005] erfolgte nicht.

Die Kosten orientieren sich an den Angaben des Energiespar-Merkblatts 52, einer Gemein- schaftsarbeit des Bayerisches Staatsministerium fur Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und des Bayerischen Staatsministerium des Innern [Oberste Baubehorde; 2004]. Diese Angaben sind in Tabelle 4.1 als kursive Werte mit aufgenommen. Die Kostenaufstel — lung war bei Dr. Helmut Veltl (Verbraucherberatung) in Auftrag gegeben. Von diesen Werten abweichende Annahmen sind in diesem Kapitel begrundet. Investive Forderung (wie Investi- tionszuschusse oder KfW-Darlehen) wurde in den Berechnungen nicht berucksichtigt.

Anmerkung

Im Rahmen des Projektes „Niedrigenergiehaus im Bestand“ der Deutschen Energieagentur (dena) wurde eine wissenschaftliche Begleitforschung beauftragt. Unter anderem sollen auf Basis von Kostenfeststellungen zu insgesamt ca. 35 abgeschlossenen Sanierungsprojekten Kosten, Kostenstrukturen und energiebedingte Mehrkosten energiesparender MaBnahmen bestimmt werden. Dabei sollen insbesondere auch die Kosten und Erfahrungen aus den geforderten Holz-Pellet — und Solaranlagen untersucht werden. Die fur den Winter 2005/2006 anstehenden Auswertungen konnen eine sehr gute Basis fur die Wirtschaftlichkeitsberech — nungen dieser Studie sowie die Hausdatenblatter darstellen. Wir regen daher an, die Kosten — annahmen dieser Studie mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitforschung zum dena-Projekt abzugleichen und die Berechnungen gegebenenfalls zu modifizieren.

Kosten energiesparender Modernisierungsmafinahmen im Bestand (netto)

Fett gedruckt: Rechenwerte in der vorliegenden Studie / Kursiv gedruckt: Hinweise zum Energiesparen, Merkblatt 52, Gemeinschaftsarbeit des Bayer. Wirtschafts — und des Innenministeriums (Oberste Baubehorde Bayern)

Mabnahme

Vollkosten (netto)

davon: Kosten fur eine ohnehin

zusatzliche Kosten fur die

erforderliche Instandsetzung

energiesparende

Mabnahme

[€/m2Bauteil]

[€/m2Bauteil]

[€/m2Bauteil]

Aubenwand

16 cm WDVS (WLG 035), Dammplatten auf Altputz,

110.-

60.- fur Gerust und Sanierung

50.-

gewebearmierter Neuputz, Nebenarbeiten

130.-

Altputz

Fenster

Abbruch der alten Fenster, neue Rollos, neue Fenster

350.-

300.- Abbruch und Einbau,

50.- vorgesetzte neue

mit 2-Scheiben-Warmeschutzverglasung in konventio-

Nebenarbeiten, anteilig Kosten fur

Rollokasten, anteilig

nellem Rahmen, Nebenarbeiten

500.-

neue Fenster

Kosten fur neue Fenster

Abbruch der alten Fenster, neue Rollos, neue

480.-

300.- Abbruch und Einbau,

180.- vorgesetzte neue

passivhaustaugliche Fenster mit 3-Scheiben-

Nebenarbeiten, anteilig Kosten fur

Rollokasten, anteilig

Warmeschutzverglasung, Nebenarbeiten

neue Fenster

Kosten fur neue Fenster

Dach

20 cm Dammung der oberste Geschossdecke (WLG

35.-

keine ohnehin erforderlichen

35.-

035), begehbarer Belag, Nebenarbeiten

57.- umgerechnet

Kosten zur Instandhaltung

Steildach: 20 cm Dammung zwischen/unter Sparren

50.-

25.- Abbrucharbeiten, neues festes

25.-

(WLG 035), Holzanteil zwischen den Sparren: 15 %

47.- umgerechnet

Unterdach und Neueindeckung

Flachdach

20 cm Dammung (WLG 035), Umkehrdach,

100.-

50.- ohnehin erforderliche

50.-

Dammplatten auf alter Dachhaut, Kiesauflage,

keine Angabe

Instandsetzung der schadhaften

Nebenarbeiten

Dachhaut

Keller

Entfernen von Lattenverschlagen, Anpassen von

20.-

keine ohnehin erforderlichen

20.-

Leitungen, 6 cm Dammung (WLG 035) unterseitig

7.- umgerechnet

Kosten zur Instandhaltung

Heizung

EFH: NT-Kessel, Speicher, Regelung

8000.- gesamt

8000.- bzw. 12000.-

keine energiebedingten

8000.-

fur die Erneuerung der Heizanlage

Mehrkosten

MFH: NT-Kessel, Speicher, Regelung

12000.- gesamt

nach Abschreibung

keine energiebedingten

12000.- gesamt

Mehrkosten

EFH: BW-Kessel, Speicher, Regelung

9500.- gesamt

8000.- bzw. 12000.-

1500.- gesamt

9500.-

fur die Erneuerung der Heizanlage

MFH: BW-Kessel, Speicher, Regelung

13500.- gesamt

nach Abschreibung

1500.- gesamt

13500.-gesamt

Solaranlage

EFH: Flachkollektoren, Mehrkosten bivalenter

4400.- gesamt

keine ohnehin erforderlichen

4400.- gesamt

Speicher, Regelung, Auf-Dach-Montage

keine Angaben

Kosten zur Instandhaltung

MFH: Flachkollektoren, Mehrkosten bivalenter

1200.- pro WE

keine ohnehin erforderlichen

1200.- pro WE

Speicher, Regelung, Auf-Dach-Montage

keine Angaben

Kosten zur Instandhaltung

Tabelle 4.1

Die Rechenwerte in dieser Studie weichen bei der AuBenwanddammung, der obersten Ge- schossdecke, Kellerdecke und bei den Fenstern von den Angaben des Merkblatts 52 bzw. aktuellen Auswertungen des IWU ab. Daher sind in den folgenden Tabellen beispielhaft die Ergebnisse aktueller Auswertungen fur die Kosten und Kostenstrukturen einer AuBenwand — dammung, fur die Erneuerung von Fenstern und die begehbare Dammung der obersten Geschossdecke im Detail dargestellt.

Das Vergleichskriterium — mittlerer Energiepreis uber den Betrachtungszeitraum

Das Vergleichskriterium zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit der Investitionen ist der mittle­re Preis der eingesparten kWh Endenergie. Liegt dieser Preis uber dem Preis fur die einge — sparte kWh Endenergie, dann erscheint die Investition in die Energieeinsparung als vorteil — haft. Entscheidend fur den mittleren Energiepreis uber den Betrachtungszeitraum sind der heutige Energiepreis und die angenommene Energiepreissteigerung.

Die Art der Darstellung der Ergebnisse ermoglicht es, auf Basis seiner subjektiven Einschat — zung den Vergleichswert zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit der Investitionen — abweichend von der hier getroffenen Annahme (heutiger Energiepreis: 5,9 Cent/kWh) — zu wahlen, ohne dass die Berechnungen neu durchgefuhrt werden mussen.

In Abbildung 7.1 ist der mittlere Preis fur die gekaufte kWh Endenergie bei einem Betrach­tungszeitraum von 20 Jahren uber dem heutigen Energiepreis bei jeweils unterschiedlichen Energiepreissteigerungen angegeben. Die Berechnungen in der Studie basieren auf einem heutigen Energiepreis von 5,9 Cent/kWh und einem Betrachtungszeitraum von 20 Jahren. Damit ergibt sich ein mittlerer Preis fur die eingekaufte kWh Endenergie von 7,9 Cent/kWh bei 3 %/a Energiepreissteigerung, von 8,7 Cent/kWh bei 4 %/a Energiepreissteigerung und von 9,6 Cent/kWh bei 5 %/a Energiepreissteigerung.

Zum Vergleich: Bei einem angenommenen aktuellen Energiepreis von nur 5,0 Cent/kWh und einem Betrachtungszeitraum von 20 Jahren ergibt sich ein mittlerer Preis fur die eingekaufte kWh Endenergie von 6,7 Cent/kWh bei 3 %/a Energiepreissteigerung, von 7,4 Cent/kWh bei 4 %/a Energiepreissteigerung und von 8,2 Cent/kWh bei 5 %/a Energiepreissteigerung.

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Abbildung 7.1

 

image046Abbildung 7.2 zeigt: Der durchschnittliche Energiepreis fur Heizol EL in Deutschland liegt im Februar 2006 bei etwa 5,9 Cent/kWh. Dazu kommt fur Bayern auf Grund der Transportkosten noch ein durchschnittlicher Zuschlag von 2 bis 3 Cent/kWh [TECSON; 2006]. Der in der Studie angenommene Energiepreis entspricht damit tatsachlichen aktuellen Preisen.

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Kosten der eingesparten kWh Endenergie fur „Durchschnittsverbraucher“

„Durchschnittsverbraucher“ aus dem Wohngebaudebestand weisen einen Energieverbrauch fur Heizung und Warmwasser von ca. 17 bis 21 Liter Heizol pro m2 Wohnflache und Jahr auf. Der Endenergieverbrauch dieser Gebaude liegt damit ca. 8 Liter Heizol pro m2 Wohnflache und Jahr unter dem Niveau der Hochverbraucher. Die Wirtschaftlichkeit des MaBnahmenpa — ketes ohne Solaranlage stellt sich bei den EFH/RH mit 8,67 Cent/kWh bzw. bei den MFH mit 7,61 Cent/kWh gegenuber den Hochverbrauchern deutlich schlechter dar. Bei einem mittleren Preis fur die eingekaufte kWh Endenergie von 7,9 Cent/kWh (3 %/a Energiepreissteigerung, 20 Jahre Betrachtungszeitraum) werden aber auch bei Durchschnittsverbrauchern die MaB — nahmen okonomisch sinnvoll.

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Kosten der eingesparten kWh Endenergie fur das MaBnahmenpaket ohne Solaranlage und energetisch durchschnitt — liche Gebaude im Bestand (sog. „Durchschnittsverbraucher“)

Fazit

Durch das MaBnahmenpaket inkl. Solaranlage lasst sich fur die „Hochverbraucher“ im Wohngebaudebestand Bayerns mit einem Energiebedarf von umgerechnet durch- schnittlich 26 bis 28 Liter Heizol pro m2 Wohnflache und Jahr der Energiebedarf auf umgerechnet durchschnittlich etwa 9 bis 11 Liter Heizol pro m2 Wohnflache und Jahr okonomisch vorteilhaft ohne Berucksichtung von Fordermitteln reduzieren.

Kosten und Kostenstruktur — AuBenwand

Fur ein 15 cm Warmedammverbundsystem ergibt sich aus aktuellen Auswertungen des IWU ein mittlerer Einheitspreis von ca. 100.- €/m2Bauteil. Variable Kosten in Hohe von 20.- €/m2 Bauteil ergeben sich fur Dammplatten und die Verdubelung. Der verbleibende Fixkostenanteil von ca. 80.- €/m2 Bauteil inkl. Gerust und BrandschutzmaBnahmen kann auf 9 Kostengruppen verteilt werden. Der Fixkostenanteil fur die Verarbeitung von Dammplatten betragt ca. 25.-

€/m2 Bauteil.

Kostengruppe fur 15 cm WDVS in der Bestandssanierung

Kosten [€/m2B„uteil]

Gerustarbeiten

11.-

Brandschutzausbildung

2.-

Vorarbeiten und Stundenlohnarbeiten, wie z. B. Fassade reinigen, Herstellen eines tragfahigen Untergrun — des oder das Abtrennen der alten Fensterbanke.

4.-

Arbeitskosten fur das Anbringen der Dammstoffplatten mit anschlieBender Verdubelung, unabhangig von der Dammdicke (fix)

25.-

Kosten fur Material bei (Dammstoff und Verdubelung) 15 cm WDVS (variabel)

20.-

Aufbringen der Armierungsschicht mit samtlichen Gewebelagen und Eckschutzschienen

11.-

Anschlussarbeiten wie Dehnungsfugen oder Aufbringen von sonstigen Anputzprofilen

4.-

Samtlich Putz — und Anstricharbeiten

14.-

Alle Spenglerarbeiten inkl. der Erneuerung und Abriss Regenfallrohre u. a.

3.-

Fensteranschlusse und Fensterbanke

6.-

Summe

100.-

Tabelle 4.2 — Kosten einer Modernisierung mit 15 cm Warmedammverbundsystem inkl. Mwst.

Kosten der eingesparten kWh — Ausgangsvariante „Hochverbraucher“

In Abbildung 7.3 sind die Kosten der eingesparten kWh Endenergie fur die MaBnahmen und Kosten nach Tabelle 4.1 dargestellt. Der Endenergiebedarf der Gebaude liegt im unsanierten Zustand im Mittel bei umgerechnet etwa 28 Liter Ol/m2 Wohnflache bei den EFH/RH bzw. 26 Liter Ol pro m2 Wohnflache bei den MFH. Die Energiekosten betragen bei einem heutigen Energiepreis von 5,9 Cent/kWh im Mittel bei den EFH/RH 1,36 €/m2 Wohnflache und Monat und bei den MFH 1,26 €/m2 Wohnflache und Monat. Diese Gebaude bilden die 10 % der Hochverbraucher im Bestand und somit energetisch weitgehend unsanierte Gebaude ab. Sie reprasentieren nicht den Verbrauch durchschnittlicher Gebaude im Bestand.

Wird das komplette MaBnahmenpaket inkl. Solaranlage nach Tabelle 4.1 umgesetzt, betragt die Heizkostenersparnis im Mittel bei den EFH/RH 0,86 €/m2 Wohnflache und Monat und bei den MFH 0,82 €/m2 Wohnflache und Monat. Fur das MaBnahmenpaket werden im Mittel spezifische Vollkosten von 385 €/m2 Wohnflache fur die EFH/RH bzw. 226 €/m2 Wohnflache fur die MFH erforderlich. Darin sind energiebedingte Mehrkosten von 144 €/m2 Wohnflache fur die EFH/RH bzw. 99 €/m2 Wohnflache fur die MFH enthalten. Bei einem Kalkulations — zinssatz von 4 % und einem Betrachtungszeitraum von 20 Jahren ergeben sich durchschnittli — che Kosten fur die eingesparte kWh Endenergie von 6,11 Cent/kWh fur die EFH/RH bzw.

4,39

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Cent/kWh fur die MFH. Die Kosten fur den Bezug von Endenergie betragen — ausgehend von einem heutigen Energiepreis von 5,9 Cent/kWh bei 3% / 4% / 5% jahrlicher Energie — preissteigerung 7,9 Cent/kWh / 8,7 Cent/kWh / 9,6 Cent/kWh. Die Investitionen in die Ener — gieeinsparung erscheinen somit vorteilhaft gegenuber dem Bezug von Endenergie.

Abbildung 7.3 — Kosten der eingesparten kWh Endenergie fur das MaBnahmenpaket nach Tabelle 4.1 inkl. Solaran­lage und energetisch schlechte Gebaude im Bestand (sog. „Hochverbraucher")

In Abbildung 7.4 sind die Kosten der eingesparten kWh Endenergie fur die einzelnen Bauteile sowie fur die vollstandig sanierten Gebaude dargestellt. Unterschieden wird wiederum in EFH/RH und MFH. Fur die vollstandig sanierten Gebaude ergeben sich Kosten fur die einge — sparte kWh Endenergie von 6,11 Cent/kWh fur die EFH/RH bzw. 4,39 Cent/kWh fur die MFH — wie oben dargestellt. Die Abbildung zeigt, dass vor allem die Kosten fur die einge — sparte kWh Endenergie bei der Solaranlage mit 14 bis 16 Cent/kWh hoch sind und diese Anlagen bei heutigen Energiepreisen und den angenommenen Energiepreissteigerungen als unrentabel erscheinen. Im vollstandigen MaBnahmenpaket kann die Solaranlage jedoch durch sehr vorteilhafte EinzelmaBnahmen wie z. B. die Heizungssanierung mit getragen werden.

Abbildung 7.4 veranschaulicht zudem sehr deutlich, dass die hier untersuchten einzelnen energiesparenden MaBnahmen — ausgehend von den energetisch schlechten Gebauden — keiner investiven Forderung bedurfen. Abgesehen von der Solaranlage rechnen sich viele MaBnah — men schon bei heutigen Energiepreisen (!) von 5,9 Cent/kWh ohne Forderung.