Gasnutzung

Das methanhaltige Biogas kann direkt vor Ort in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) in Strom und Warme umgewandelt werden (unter anderem Kaltschmitt et al. 2009; Urban et al. 2009). Alternativ dazu ist eine Einspeisung in lokale Bio- gasnetze moglich, mit denen dann umliegende Nachfrager versorgt werde konnen; aber auch bei solchen Konzepten wird das Biogas i. Allg. in einem BHKW zur gekoppelten Strom — und Warmeerzeugung genutzt. Zusatzlich dazu ist — nach einer entsprechenden Aufbereitung auf Erdgasqualitat und einer Gasnetzeinspeisung — auch eine beliebige Verteilung des Biomethans uber das Erdgasnetz moglich. Dann kann das Biomethan im ausschliefilichen Warmemarkt (z. B. Gasbrennwerttherme) oder in KWK eingesetzt werden; letztere Option ist primar wieder das bereits dis — kutierte BHKW, das dann aber so installiert werden kann, dass eine sehr weitgehende Nutzung der in Koppelproduktion anfallenden Warme moglich ist. Alternativ dazu kann das Biomethan auch stofflich (z. B. in der chemischen Industrie) oder als Bio — kraftstoff in CNG-Fahrzeugen eingesetzt werden. Nachfolgend wird, da dies die wesentliche und mit Abstand am meisten eingesetzte Komponente der Gasnutzung darstellt, das BHKW kurz dargestellt.

In Blockheizkraftwerken (BHKW) wird das Biogas bzw. das Biomethan in Kraft-Warme-Kopplung (KWK) bei sehr hohen Wirkungs — bzw. Nutzungsgraden in Strom und Warme umgewandelt. Insgesamt konnen drei Prinzipien unterschieden werden, nach denen sich BHKW’s betreiben lassen: motorische BHKW’s, BHKW’s mit Gasturbine und BHKW’s mit Brennstoffzellen.

Die haufigste und bisher einzige kommerzielle Anwendung ist der Einsatz von Biogas in motorischen BHKW’s. Dabei handelt es sich um „klassische“ Ver — brennungsmotoren (d. h. Gasmotoren), die mit Biogas bzw. Biomethan betrieben werden und einen Generator zur Strombereitstellung antreiben. Zusatzlich werden sowohl die Abgaswarme als auch die Abwarme des Motors genutzt.